| Bernhard Stöger von Adam bis Eva - Plastische Arbeiten 24.03.2007 - 07.04.2007........................................................................................................ .......... www.stoegerbernhard.de |
Über die Arbeiten von Bernhard Stöger Wenn ich über B.S. Arbeiten etwas sagen sollte, würde mich das Wort „Arbeiten“ irritieren. Nicht daß in diesen kleinen Plastiken nicht sehr viel Arbeit stecken würde: Geduld und Fein-motorik würde man sich selbst kaum zutrauen. Aber bei einem Besuch in seinem Atelier hat man nicht den Eindruck eines Arbeitsraumes. Meist sitzt noch eines seiner recht üppigen Modelle, das er tagsüber in Ton modelliert hat, in einem riesigen Ohrensessel mit einem dicken Buch auf dem Schoß, lesend, wenn man am späten Abend in sein Atelier kommt. Bücher über Raumfahrt, Botanik und Barock wachsen vom Boden bis zu einem Tischchen, auf dem diese Bücherschlange, mit Prospekten über Küchen und Perserteppiche durchsetzt, sich in einem Stapel von Naturstudien und Zeichnungen aus der Münchener Glyptothek verliert. Zwischen Materialien aller Art, von der Kokosnußschale, einem Stück Linoleum aus den fünfziger Jahren bis zu Spanholzkäseschachteln liegen Werkzeuge wie Miniaturbohrer, Pinsel, Modellierhölzer und ein Achat zu polieren von Blattgold. B.S. selbst sitzt an einem riesigen Arbeitstisch und baut Papierflieger. Arbeit ist eine geplante, wiederholbare und meist regelmäßige Tätigkeit. Das Gegenteil wird in diesem Atelier gemacht. Hier herrscht der Zufall und das Spiel. Was aus diesem Spiel entsteht, sind Entwürfe: kleine Modelle aus Holz, Pappe oder Ton. Sie genügen sich als Modell. Wo bleibt die danach ausgeführte Plastik? Warum begnügt sich B.S. mit einer -wie er es nennt- „plastischen Skizze“? Und warum arbeitet er mit Modelliermasse, die nicht langlebig ist wie Bronze? Gehen
wir ein paar Jahre zurück
in der Kunstgeschichte. Da war der Auftrag der Stadt Florenz an den
Künstler Michelangelo: Zeige,
daß unsere kleine Stadt Florenz es mit größeren Mächten
aufnehmen kann und diese notfalls vernichten kann. Michelangelo schlug
einen Riesendavid aus dem Marmor, um der Gleichung groß = stark
gerecht zu werden. Da wurde aus dem kleinen Unterlegenen ein Großer.
Auch heute, 500 Jahre nach der Renaissance gilt diese Gleichung noch.
Vor allem in der Architektur wird dem Größenwahn nach wie
vor gehuldigt. Offensichtlich
geht es B.S. nicht um bleibende Werte, nicht um große
Kunst. Es geht um den Blick herab auf die klein gemachte Welt. Diese „Gefühlsüberlappungen“ und „sinnlichen Merkzettel“, wie B.S. seine Arbeiten etwas unbeholfen bezeichnet, kann man nicht als Denkmäler bauen. Sie sind klein und zerbrechlich wie ein Blick in die Seele. Schön für den der schaut. Mevlide Babisch |
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